Machtverteilung im Mittelalter

War schon im Februar 2006 auf meinem Blog Mein privater Garten.

Schon anfangs vierzehntes Jahrhundert waren die reichen Bürger von Köln die Herren der Stadt. Die Adeligen wohnten auf ihren Burgen, bekriegten sich gegenseitig, indem sie einander die Bauernhöfe niederbrannten und sonstigen Unfug anstellten. Sie begannen zu verarmen, weil sie nie arbeiten lernten.

Der Erzbischof von Köln durfte um 1340 herum nur dann in die Stadt, wenn seine Schäfchen ihn verlangten, oder wenn er in zweiter Instanz Recht sprechen musste. Da erfanden die Adeligen einen Trick, um die Macht wieder zu erhalten.

Sie besetzten den Kirchenadel, stellten die Päpste. Die Bischöfe verteilten den Besitz der Adeligen in erster Instanz, als Rechtssprechung von ausserhalb der Stadt, indem sie bei Adeligen-Fehden dem Beschuldigten zur Strafe etwas Land abnahmen, das sie der Kirche schenken mussten. Das Tagebuch des Erzbischofs von Köln erzählt zwischen Mitte 1340 und Mitte 1341 ein Stück der Geschichte dieses Umverteilens des Bodens.

Im Mittelalter bedeutete Besitz von Boden auch, Besitz von Macht. Macht über die Menschen, die darauf wohnten, und Macht über seine Ressourcen. So hatte die Kirche immer mehr Boden als Besitz erhalten.

Dann begann sie, die dadurch verliehene Macht auszunutzen, den Bürgern ihren durch Handel erworbene ökonomische Macht durch religiöse Macht wieder aufzuheben. Nach und nach wurden Bullen erlassen, eine Bulle war gegen die Frauen gerichtet. Die Freiheiten der Frauen wurden massive zurückgestutzt, der Begriff Hexe dazu gebraucht, ungehorsame Frauen als Hexen zu denunzieren und via Scheiterhaufen unschädlich zu machen.

Die Adeligen wussten im Mittelalter, wie man Macht wieder zurückerobert. Mit purer brutaler Gewalt. Und wir hatten sie uns nehmen lassen. Damals!

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