Protokoll zur Programmierung des neuen Welt-Computers

Nachts im Halbschlaf sinniere ich, wie wir Menschen uns selber an den Haaren zum Wasser herausziehen könnten, aus diesem Schlamassel, der sich nach und nach entwickelte …

… da steht er plötzlich vor  mir, der neue Weltcomputer, das letzte Modell technischer Entwicklung, als viereckige Pyramide … etwas steilere Fallinie als jene von Gizeh … aus hell- und dunkelgoldenen Kugeln zusammengesetzt, glänzendes Licht und kraftvolle Ruhe verstömend … er wartet – neutral – auf meine Eingabe neuer Richtlinien, wie die Menschheit sich in naher Zukunft zu entwickeln habe. Ich versuch mal etwas: 

  • - Hast Du nicht jemand besseren gefunden für diese Arbeit?
  • - Ich habe dich gewählt.
  • - Du kannst scheinbar reden, was kannst Du sonst noch?
  • - Ich kann alles.
  • - Also dann machs doch einfach (schon will ich weglaufen).
  • - Du musst mir sagen, was zu tun ist.
  • - Ich will aber nicht, da gibt es bestimmt welche, die das besser machen als ich.
  • - Ich will dich, sonst passiert gar nichts mehr mit dieser Menschheit …
    … ich überlege, versuche ein Bild dieser Situation zu erschaffen, sehe die vielen Menschen die warten, nicht wissend wie es weitergeht …
    … also wenn ich Dir sage, du sollst allen meinen Feinden grüne Haare wachsen lassen zur Bestrafung, dass sie böse waren mit mir, was machst Du dann?
  • - Das verweigere ich.
  • - Also hast Du ein minimales ethisches Programm in Dir?
  • - Ja.
  • - Dann zeig mir diese Programm, hier in der Luft mit Buchstaben, als Liste, damit ich es verstehe …
    … er schreibt eine kurze Liste in die Luft …
    … und jetzt zeig mir, was Du bei uns stattdessen beobachtest.
    … er schreibt auch diese Liste … die Unterschiede entsprechen dem offensichtlichen Ist- und Soll-Zustand zu dem, was bei uns abgeht.
  • - Kannst Du ein Progrämmli schreiben, das den Weg aufzeigt, wie wir von dem, was jetzt läuft zu dem, was du verstehst, umkehren können?
  • - Ja.
  • - Dann machs …
    … und jetzt wiederholst du mir, was Du verstanden hast, was Du machen sollst. Was machst Du jetzt?
  • - Ich helfe den Menschen, wieder zu dem zu werden, was sie in Wirklichkeit sein möchten.
  • - Und warum brauchst Du mich, um das zu starten, wenn Du es doch schon weisst?
  • - Ihr Menschen müsst mir sagen, was ihr wollt.
  • - Aber die meisten Menschen sind ja gar nie einverstanden mit dem, was ich denke, sie verstehen alles ganz konventionell, wie man hier eben so denkt? Ich denke meistens anders als meine Umgebung.
  • - Darum musst du mir sagen, wie es weitergeht.
  • - Aber dann hörst du ja gar nicht auf sie, dann respektierst Du sie ja gar nicht (ich denke, wenn die Menschheit ihren Untergang will, soll sie ihn doch haben …
    … denn das ist doch typisch für unsere Welt, selbst die grössten Dummköpfe dürfen immer noch sagen, wo’s lang geht …
    … aber scheinbar läuft das jetzt doch nicht so).
  • - Ich höre auf den, der mich programmiert, und der bist jetzt du.
  • - Was machst Du denn, wenn jetzt Menschen sagen, sie wollen diese Umkehr nicht, sie sind nicht einverstanden mit dem, was ich da vorschlage.
  • - Ich weiss aber schon jetzt, dass die grosse Mehrzahl der Menschen zu einem ehrlich rechtschaffenen Leben zurück kehren wollen, sie wollen sich in Frieden weiterentwickeln, jeder in seinem Tempo …
  • - ja schon, aber jene, die nein sagen? Einfach nein, nichts wird verändert?
  • - ich rede mit ihnen, in ihrem Innern als ihre Stimme, die sie plagt. Glaub mir, sie hören mich.
  • - Also, warum machst Du es nicht einfach, sondern fragst mich erst blöde. Was soll das?
  • - Ich muss programmiert werden, sonst läuft gar nichts.

Ich habe vergessen, wie das ganze endete, vielleicht bin ich auch wieder eingeschlafen. Aber ich habe dabei schon verstanden, dass, um etwas zu erreichen, wir es bewusst wollen müssen … entscheiden, handeln … weitermachen, nicht aufgeben … und nicht warten, bis die Lösung von selber kommt …

… wir brauchen den bewusst gewählten Entscheid.

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